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Bootsbauer und Marina spenden für das Schülerprojekt „After Eight“

Kressbronn-Gohren - Das Auffrischen eines alten Segelbootes, Schleifen, Streichen oder neue Polster anfertigen, aber auch ein gemeinsamer Segeltörn stärken den Zusammenhalt einer ganzen Schulklasse. „Die Schüler lernen Verantwortung zu übernehmen, Probleme zu erkennen und diese im Team zu lösen, das sind die Kompetenzen, die später auch im Berufsleben gefragt sind“, sagt der Lehrer der Klasse 8a der Realschule in Tettnang, Reiner Steck. Mit 29 Schülerinnen und Schülern startete er im Februar das Projekt „After Eight“. Zu Beginn der Sommerferien wollen die Schülercrews mit dem aufgefrischten Boot über den Bodensee segeln.

Ein trauriges Dasein fristete die Leisure 17, Baujahr 1976, in einer Ecke der Speedwave-Werft auf dem Gelände der Meichle + Mohr Marina ULTRAMARIN in Kressbronn-Gohren. Reiner Steck suchte schon lange ein nahezu schrottreifes Boot. Gemeinsam mit seiner Klasse startete er das Projekt „After Eight“. Die unterschiedlichen Arbeiten sollen den Schülern bei der Suche nach einem späteren Beruf genauso helfen, wie sie das handwerkliche Geschick und das Organisationstalent fördern würden, sagte Reiner Steck. Während des Projektes „After Eight“ habe sich auch das allemal gute Verhältnis zwischen Schülern und Lehrer weiter verbessert.

Die anfänglichen Erwartungen wurden sogar übertroffen: Die in der Schule noch übliche Trennung von Jungen und Mädchen gab es schon beim Schleifen des Rumpfes oder dem Abbau der Verkleidungen und Elektrik unter Deck nicht mehr. „Es gab keine Unterteilung von Mädchen- und Jungenarbeiten. Alle haben alles zusammen gemacht“, berichtete die Schülerin Tushe Dervishaj. „Die Arbeiten haben den Zusammenhalt der Klasse gestärkt“, erzählte ihre Klassenkameradin Valesca Auer. Jürgen Stohr, der stellvertretende Schulleiter sagte: Mit einem solchen Projekt verliere die Schule ihren Übungscharakter, weil am Ende ein richtiges, greifbares Produkt herauskomme.  

Dieser Zusammenhalt sei auch während der weiteren Arbeiten in den Werfthallen in der ULTRAMARIN-Marina deutlich geworden. Dort half Bootsbauer Marc Gloth von Speedwave beim Aufbringen des Osmose-Schutzes und beim Lackieren des Rumpfes. Reiniger, Antifouling, Lacke und Polituren stiftete ULTRAMARIN. Beim Fertigen neuer Polster unter Deck stand der Langenargener Bootssattler Markus Hillebrand mit Material und Rat bereit. Während der ULTRAMARIN BOATSHOW Anfang Mai bauten die Schüler einen Tombola-Stand auf und sammelten so 500 Euro für Ersatzteile. Schiffseigner aus der Marina brachten an beiden Tagen aussortierte Fender, Taue und weitere nützliche Dinge  vorbei.

Die 1.800 Euro für den neuen Torqueedo Elektroaußenbordmotor kamen von der Bürgerstiftung Menschen für Tettnang. Der Vorsitzende der Stiftung, Josef Günthör, sagte jetzt bei der Übergabe des Flautenschiebers: „Bisher haben wir überwiegend soziale Projekte für ältere Menschen unterstützt. Jetzt haben wir auch mal etwas für Jugendliche gemacht, weil wir gemerkt haben, dass die Schüler mit großer Begeisterung bei der Sache sind.“ Die „After Eight“ wird noch vor den Sommerferien ins Wasser gelassen. Dann ist das große Ziel der Klasse, der gemeinsame Segeltörn, erreicht. Zuvor sollen die Schüler auch noch den Segelschein machen. Das dürfte noch nicht das Ende des geschenkten Schulschiffes sein. In den nächsten Jahren sollen weitere Realschüler das Schiff pflegen und mit ihm segeln. Segeln mit den Schülern der neunten Klassen, um den Zusammenhalt zu fördern, gehört für Lehrer Steck schon seit Jahren zum Unterrichtsangebot.

 

Informationen unter www.after8.info

Elektromotor fürs Schulschiff: Der stellvertretende Leiter der Realschule Tettnang, Jürgen Stohr, Klassenlehrer Reiner Steck, Josef Günthör und Sarah Zwisler von der Bürgerstiftung Tettnang und Sonja Meichle von der Meichle + Mohr Marina ULTRAMARIN (von links) freuen sich mit den beiden Schülerinnen der Klasse 8a, Valesca Auer und Tushe Dervishaj über den neuen Elektromotor. Damit soll die „After Eight“ auch bei Flaute umweltfreundlich über den Bodensee fahren. Bild: M+M
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