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05.05.2010: Max Stein - Weltmeisterschaft Laser 4.7 Pattaya Thailand

Nach intensiver Vorbereitung bin ich am 26. März von Frankfurt nach Bangkok geflogen und mit dem Taxi direkt zum Club nach Pattaya gefahren.

Alles verlief reibungslos, so konnte ich schnell mein Charterboot übernehmen und mit dem Reviertraining beginnen. Dies war sehr wichtig, um so viele Informationen wie möglich zu bekommen.

Die Windverhältnisse während der Tage vor den Wettfahrten waren gut. Wie sich im Verlauf der Wettfahrtserie zeigte, nicht reviertypisch. Der Wind aus NW blies nur in den ersten Tagen der Reviervorbereitung.
Während der anschließenden Wettfahrten herrschte Seebrise von 8- 18 Knoten mit der Tendenz nach links zu drehen.
Eines war zudem sehr schnell klar, es ist ein tückisches, strömungsreiches Revier. Je nach Tide kam der Strom aus verschiedenen Richtungen mit bis zu 40 Meter pro Minute Geschwindigkeit. Dazu kamen die heißen Temperaturen von 40°C und die ungewohnt hohe Luftfeuchtigkeit. Um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen mussten wir Sportler pausenlos trinken.

Bei der diesjährigen Weltmeisterschaft der Laser 4.7 vom bis in Pattaya Thailand nahmen insgesamt 116 Segler aus 26 verschiedenen Nationen teil.

Nach einer schönen Eröffnungsfeier im Club und dem obligatorischen Practicerace wurde die erste Wettfahrt am 2. April Gegen 13.00 Uhr gestartet.
Der Wind kam aus südwestlicher Richtung mit einer Stärke zwischen 10-12 Knoten. Auch gab es wieder extrem viel Strömung, welche unbedingt mit einberechnet werden musste.
Das erste Rennen verlief akzeptabel. Ein 8ter Platz war ein guter Start in die Meisterschaft.
Das zweite Rennen war dann etwas schlechter - Platz 15. Fehler bei der Berechnung der Anlegelinien verhinderten eine bessere Platzierung.
Da aber die meisten Segler Probleme hatten, fand ich mich am ersten Abend auf Platz neun im Gesamtklassement wieder. Nur 1 Punkt trennte mich zu Platz 4. Alle Teilnehmer waren sehr eng beisammen.

Beim zweiten Regattatag hatten wir ähnliche Bedingungen wie am vorhergegangenen. Ich erwischte einen guten Start und konnte mit einem dritten Platz meine Ambitionen auf die Top 5 verdeutlichen.
Rennen Nummer 2 war jedoch eine einzige Katastrophe. Bei 1:30 min bis zum Start verfing sich meine Großschot bei einem anderen Boot, worauf beide Boote kenterten. Beim Wiederaufrichten zeigte sich dann das ganze Ausmaß. Mein Unterliek hatte sich von der Ecke meines Segels gelöst, mein Baum daraufhin aus der Halterung – das Rennen war vorbei.
Somit kostete mich eine einzige kleine Unaufmerksamkeit eine weitere gute Platzierung und stattdessen stand ein DNF (did not finish) zu buche.
Da die schlechteste Platzierung nach vier Läufen aber schon gestrichen wurde, befand ich mich immer noch auf dem achten Gesamtrang.
 
Am dritten Tag galt es voll anzugreifen, um positiv in den -lay day-, den Ruhetag, zu gehen. Leider erwischte ich im ersten Lauf einen schlechten Start, konnte mich aber im Verlauf der Wettfahrt noch auf Platz 17 vorarbeiten.
Zum zweiten Lauf gibt es nicht viel zu sagen. Ein guter Start, ein optimales Rennen, ein erster Platz.
Mit diesem Laufsieg arbeitete ich mich auf den 5ten Gesamtrang vor und ging positiv in den kommenden Ruhetag.

Den -lay day- verbrachte ich mit einer 45 minütigen Thai- Massage, um meinen Körper etwas von den Strapazen der letzten Tage zu entspannen.
Den Rest des Tages verbrachte unser Team mit Filmeschauen, uns im Pool erfrischen, einer ausführlichen Analyse der letzten Tage und natürlich immer einer Flasche Wasser unter dem Arm.

Leider passierte am vierten Tag etwas, was nicht passieren sollte.
Nachdem Lauf sieben nicht wirklich gut lief, vergaß ich in der Pause genug zu trinken und so hatte ich für Lauf acht, in welchem der Wind auch noch zusätzlich aufgefrischt hatte, keine Kraft in meinem Körper. Ich war total dehydriert. Zum Glück konnte ich den guten Start noch halbwegs ins Ziel retten. Ein zehnter Platz.
Dieser Tag zeigte mir, was für eine große Rolle Essen und Trinken während dem Wettkampf spielen. Es ist schade, dass ich diese Erfahrung gerade auf der WM machen musste.

Der vorletzte Segeltag musste, um noch eine Platzierung in den Top 5 zu schaffen gut laufen. Das erste Rennen startete ich gut, war fünfzehnter an der ersten Boje, arbeitete mich auf dem Vorwind an die Top 10 heran, doch dann passierte es.
Ein Moment der Unachtsamkeit und schon war ich gekentert. Da das ganze Feld immer extrem dicht beieinander war, fiel ich durch diese unnötige Aktion am Gate auf Platz 25 zurück, kam dann auf Kreuz und Vorwind wieder bis auf Platz 16 vor, doch leider reichte es nicht für mehr für eine bessere Platzierung.
Im zweiten Lauf hatte ich noch mehr Pech. Nach einem perfekten Start am Startboot, kassierte ich eine Gelbe Flagge (extreme Bewegungen mit dem Oberkörper). Mein Trainer hatte alles auf Video, es waren keine unerlaubten Bewegungen zu sehen. Wir legten Protest ein, zeigten der Jury das Video und, obwohl sie mir nicht sagen konnte, wo denn genau das Vergehen war, blieb die gelbe Flagge bestehen.
Auf Grund der 720° Strafdrehung, rundete ich die erste Boje mit nur drei weiteren Seglern hinter mir. Angetrieben von dem ganzen Frust des heutigen und der letzten Tage, konnte ich mit einer furiosen Aufholjagd am Ende auf Platz 11 vorkämpfen.
Als Resümée des Tages stand dann: Gut gesegelt, mäßige Platzierungen.
Durch den heutigen Tag war ich dann endgültig aus den Top 5 herausgerutscht und befand mich auf Platz 8. Bis Platz 6 war zwar noch alles drin, jedoch waren auch bis Platz 12 alle Segler sehr eng beisammen.

Am letzten Wettfahrttag wollte ich noch einmal nach vorn angreifen. Extreme, strömungsbedingte Verschätzungen bei der Berechnung der Anlegelinie, verhinderten eine bessere Platzierung. Mit meinen schlechtesten Läufen als Abschluss, wurde ich im Gesamtklassement nur 11ter.
Selbstverständlich bin aus jetziger Sicht über den 11. Schlußrang etwas enttäuscht, da ich genau weiß, dass es besser hätte sein können und gerade die letzten 2-3 Tage alles andere als optimal verliefen.

Als Fazit kann ich nur sagen, dass das -worst case scenario- eingetreten ist. Alles was nur irgendwie schief laufen konnte, lief nach dem layday schief. Dass ich mich damit aber am Ende noch auf einem 11ten Gesamtrang wiederfinde, zeigt auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

Am Ende bleibt die Erinnerung über eine tolle Veranstaltung von der ich zwar keinen Pokal, aber viel Erfahrung mit nach Hause nehme.

Zum Schluss will ich mich bei allen bedanken, die mir die Teilnahme an dieser WM in Thailand erst ermöglicht haben.
An erster Stelle stehen natürlich meine Eltern. Des Weiteren gilt der Dank meinen Sponsoren, ohne die, die weite Reise nicht möglich gewesen wäre:
Ultramarin, Herrn Meichle, Gohren
Yachtclub Langenargen,
Fritz und Macziol, Ulm

Mein nächstes Hauptziel ist die erfolgreiche Teilnahme an der Europameisterschaft der Laser 4.7 im Juli in Hourtin/Frankreich. Bis dahin werde ich weiterhin intensiv trainieren und an diversen nationalen Regatten teilnehmen.
Über die weiteren Ergebnisse halte ich Sie wie immer auf dem Laufenden.

Max Stein in Thailand
Stein - WM Laser 4.7
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