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12.11.2009: Sailing Team Rieger - Jahresrückblick 2009

Jahresrückblick 2009

Der British Virgin Islands Spring Cup vom 30. März bis 05. April 2009 auf Tortola und im Sir Francis Drake Channel stellte in diesem Jahr unseren Saisonauftakt dar. So konnte es doch jedes Jahr beginnen.
Wir gingen mit einer 51 Fuss Sun Sail Charter Yacht, in der größten Bear Boat Klasse an den Start. Schnell stellte sich heraus, dass es den Lokalmatadoren um die Ehre ging, so duellierten wir uns mit hektischen Manövern und spannenden Tonnenrundungen. Unsere Mitstreiter kämpften teilweise mit harten Bandagen und versuchten uns sogar durch Proteste die ersegelten Ergebnisse abzuerkennen. Allerdings ohne Erfolg. So kam es dann schlussendlich dazu, dass unsere Crew mit Max am Steuer und Moritz als Taktiker und Trimmer Rang 3 von 18 Startern in unserer Klasse ersegeln konnten. Paradiesische Verhältnisse bestärkten unseren Eindruck von der Veranstaltung und wir hoffen schon jetzt, dass wir eines Tages hier noch mal an den Start gehen werden.
Beim Frühjahrstraining in Kiel Mitte April peitschte uns dann ein anderer Wind ins Gesicht. Nämlich ein sehr kalter Nord-Ost Wind verbunden mit einem Skandinavien Hoch, welches das kühle Vergnügen nur noch untermauerte. Also super Bedingungen um mit einer Skiff Jolle, dem 49er, unsere ersten Gehversuche zu machen.
Nach dem teilweise beide Hände nicht mehr ausreichten um die Kenterungen zu zählen, konnten auch wir unserem Trainer Glauben schenken, dass es sich hierbei nicht um einen 470er handelte, sondern um einen Hochseilakt, bei welchem das sichere Netz, das kühle Nass darstellt.
Doch schon bald zeichnete sich ein Ende mit der erfrischenden Baderei ab.
Denn vom 26. April bis zum 30. April durften wir als Taktiker und Trimmer zum zweiten Mal in Folge mit zur Antigua Sailing Week. Wir überführten das Boot mit unserem Skipper von Martinique nach Antigua. Dort wurde dann entlang der Westküste von Antigua bis hoch nach Jolly Harbour in Etappen Regatta gesegelt.
Max war diesmal für den Trimm verantwortlich und Moritz versuchte, in Absprache mit dem Navigator, die Sun Odysee 49 Performance möglichst nah am Riff, denn da waren die besten Winddreher, entlang zu lotsten. Durch einige spektakuläre Steuerbord Starts dauerte es nicht lange bis die –Sehkraft– Crew auch auf dem Wasser bekannt war. Leider hatten wir für den vielen Wind, der alltäglich vorherrschte, das falsche Rating. Somit konnten wir unseren Titel vom vorherigen Jahr leider nicht verteidigen und landeten auf dem 7. Rang.
Noch mit dem Jetlag in den Knochen ging es direkt in die heiße Endphase des Studiums, die letzen Wochen und somit die finalen Klausuren standen abrupt und mit vollem Umfang vor uns. Tja, wer kennt das nicht aus eigener Erfahrung. Die lehrreichen Skripte fast um die halbe Welt geschleppt und dann doch nicht reingeschaut.
Doch wie sich später rausstellen sollte, hat alles recht gut geklappt, worüber wir uns sehr freuten.
Bis Anfang Juni besuchten wir in Schwerin die Berufsschule und trainierten, so oft es eben ging, mit zwei Schweriner Umsteigermannschaften auf dem Schweriner See. Noch vor der Deutschen Meisterschaft, welche ebenfalls auf dem Schweriner See stattfand, machten wir einen Ausflug auf ein sehr elegantes Schiff, der Lacustre.
Die Erfahrung aus dem letzten Jahr, dass die Lacustre deutlich träger und schwerfälliger ist als eine Jolle bestätigte sich erneut in diesem Jahr. So starteten wir mit Felix Diesch auf dem Vorschiff, als eines von zwei Schiffen für den Württembergischen Yacht Club beim Aschanti Goldpokal. Die zweite Crew fand sich um Anjan Schreiber ein. In der Gesamtteamwertung konnten wir den 6. Platz von 16 Teams belegen und somit 50 g Gold im Wert vom ca. 1.200,00 € für die WYC Jugendabteilung ersegeln. Wie auch schon im Jahr zuvor bot das Bootshaus 20 aus Konstanz wieder ein Segelevent dar, welches am See seinesgleichen sucht.
In den darauf folgenden Tagen startete die Deutsche Meisterschaft der 49er Klasse auf dem Schweriner See. Wir wussten gar nicht wie uns geschah, als wir mit sehr viel Adrenalin im Blut das erste Rennen bei unserer ersten 49er Regatta gewannen. Nach neun Rennen die alle Windstärken bis einschließlich Beaufort 8 beinhalteten, konnten wir den 8. Rang erreichen.
Gleich im Anschluss machten wir uns auf nach Kiel. Hier folgte Mitte Juni, nach einer kleinen Trainingspause, die Kieler Woche. Mit vier Top Ten Platzierungen konnten wir nach neun Rennen im internationalen Feld mit einem sehr erfreulichen 19. Platz von insgesamt 50 Teilnehmern abschließen. Doch wir merkten schnell, dass es schon ab 13 Knoten Wind, auf unserem Niveau, noch einiger Übung bedarf.
Im Anschluss an die Kieler Woche trainierten wir mit dem Bundeskader noch einige weitere Tage in Kiel.
Doch da war noch was, was uns irgendwie im Nacken saß. Es drückte schon eine ganze Weile und wurde hin und wieder stärker und dann doch wieder durch traumhafte Segelbedingungen unterbrochen. Unsere Bachelor-Arbeit.
So kam es, dass wir leider nicht an der Weltmeisterschaft teilnehmen konnten. Der Termindruck machte uns, man glaubt es kaum, zu vorbildlichen Studenten. Wir verschanzten uns drei Wochen auf einer Hütte in den Bergen und verfassten dort unser Manuskript, welches wir just in time in Schwerin einreichten. Wie sich später herausstellen sollte bestanden wir auch diese Hürde mit Bravur.
Die ganze Zeit über freuten wir uns schon auf die Travemünder Woche, die dann jedoch aufgrund des Teilnehmermangels, abgesagt wurde.
So ging es dann leider weiter und eine geplante Regatta in Polen wurde ebenfalls abgesagt, da die Sponsoren aufgrund der Finanzkrise abgesprungen sind. Somit fehlten uns wichtige Erfahrungen in großen Feldern. Mit unserer starken Trainingsgruppe konnten wir diese auch bis Mitte August in Kiel nicht ausreichend kompensieren.
Vom 29. August bis zum 05. September fand die Europameisterschaft an der Adria, genauer gesagt in Kroatien, statt. Zadar und der Sailing Club Uskok bot uns ein Event der Extraklasse. Allein die spektakuläre Eröffnung im Stadthafen. Unter lautstarkem Applaus wurden jeweils 2 Nationen auf einem Schlauchboot, gekrönt mit der eigenen Landesflagge und durch eine Notfackel beleuchtet, in den Hafen unter hoher Geschwindigkeit eingefahren.
Die Gegend zwischen den Karpaten und den Kornaten bot eine traumhafte Kulisse. Die täglich aufkommende Thermik, das azurblaue Wasser und nicht zuletzt die schönen Frauen an Land ließen uns die teilweise ernüchternden Ergebnisse schnell verkraften. An sieben Renntagen wurden 16 Läufe gesegelt. In einigen Situationen merkten wir doch recht schnell, dass wir nun in der Formel 1 des olympischen Segelsport angekommen sind. Die ersten Startreihen waren meist schon durch –Schumacher und Co.– besetzt. Fehlende Routine im Bootshandling und die Unerfahrenheit in großen Feldern, vor allem Raumschots unter Gennaker und am Gate, machten sich doch stärker bemerkbar als gedacht. Trotz alledem schlossen wir die Europameisterschaft mit einem soliden Platz im Mittelfeld ab. Dies ist in Anbetracht der 64 Teilnehmer und unserer Trainingszeit von nur 40 Tagen ein gutes Ergebnis, mit dem wir zufrieden sind.
Mit einem voll geschrieben Hausaufgabenbuch und einige Erfahrungen reicher, traten wir, ein wenig unter Zeitdruck, die Heimreise an.
Schon am Montag begann für uns eine Praxisphase für unsere Ausbildung zum Hotelfachmann. Diese ging nahtlos in die Berufsschulzeit über und nun befinden wir uns wieder am Ausgangspunkt, nämlich am Schreibtisch in Schwerin.
Der diesjährige Einstieg in die neue Bootsklasse, dass erfolgreiche abschließen unseres Studiums in der Regelzeit, so wie das sich abzeichnende Ende der beruflichen Ausbildung im Januar 2010 lassen uns mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
Nach Beendigung der Berufsausbildung im Januar kommenden Jahres werden wir uns voll auf den Segelsport konzentrieren mit dem langfristigen Ziel bei den olympischen Spielen 2012 in London erfolgreich dabei zu sein.

Max & Moritz Rieger

Max & Moritz Rieger_49er Klasse
Training auf dem Schweriner See
Deutsche Meisterschaft 49er Klasse
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