DER „BLAUE ANKER“ FÜR ULTRAMARIN

In ULTRAMARIN, die Meichle + Mohr Marina, wird der Umweltschutz groß geschrieben. Als Beweis dafür weht über dem Hafen der "Blaue Anker", das Umweltzertifikat der Internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee. Die Auditoren dieser IWGB haben es sich zur Aufgabe gemacht, private Wassersporthäfen am Bodensee genau unter die Lupe zu nehmen und für ihre Umweltschutzbemühungen auszuzeichnen.

Der von der IWGB als Dachverband von 25 Organisationen des Wassersports, der Fischerei und des nautischen Gewerbes vergebene "Blaue Anker" weht mittlerweile über einem Dutzend Häfen am deutschen, österreichischen und Schweizer Seeufer. Das Zertifikat entspricht zudem dem Leitsatz der Vereinigung: "Für Wassersport und Umweltschutz". Dazu sagt IWGB-Präsident Hans-Luzius Studer: "Das Privileg, die Seefläche für die Gestaltung unserer Freizeit und Erholung zu nutzen und unseren geliebten Wassersport ausüben zu können, verpflichtet uns, ohne Wenn und Aber für den See und Trinkwasserspeicher Sorge zu tragen." Für Pflege und Einsatz der Schiffe gebe es viele Schutzmaßnahmen. Der "Blaue Anker" sei aber das dazugehörige Programm für gewissenhafte Hafenbetreiber. Damit werde die umweltgerechte Gestaltung und Führung von Wassersportanlagen aber auch öffentlich gemacht.

In ULTRAMARIN funktionieren die Umweltschutzmaßnahmen deshalb so gut, weil die Umweltbeauftragten und Mitglieder der zwölf, im Hafen liegenden Vereine intensiv mitarbeiten.
 
Umweltschutzbeispiele aus der Marina: Sammelbehälter für Frostschutzmittel und Naturkorken, Solar-Straßenlaternen auf den Hotelparkplätzen und Zufahrtstraßen, Warmwasseraufbereitung im Hotelneubau über Wärmepumpen, Solaranlagen auf den Sanitärgebäuden, Renaturierung des Seehages mit 500 Sträuchern und Bäumen.

Weitere Informationen & Merkblätter zum "Blauen Anker" gibt's auf der Website der internationalen Wassersportgemeinschaft Bodensee unter http://www.iwgb.net.

06.11.2015: Alternative Treibstoffe für Bootsmotoren

Über reinen Biodiesel der 1.Generation (RME = Rapsöl-Methyl-Ester oder FAME = englisch: fatty-acid-methyl-ester) möchte ich an dieser Stelle nicht mehr berichten, da er fast nirgendwo mehr getankt werden kann, weil die volle Besteuerung den Preis wesentlich über den von fossilem Diesel getrieben hat. Ich selbst habe zwar noch eine Quelle und kann deshalb aus Überzeugung meinen Yanmar-Bootsdiesel immer noch mit dem umweltfreundlichen RME betreiben. Auch mit meinem AUDI A6 fahre ich (jetzt 180.000 Biodiesel-Kilometern) störungsfrei mit dem alternativen Treibstoff.

Nun möchte ich versuchen, mit einem Gerücht unter den Wassersportlern aufzuräumen:

Dem „normalen“ Diesel wird durch das Biokraftstoffquotengesetz der Bundesregierung seit 2004 5% und seit 2009 7% RME Biokraftstoff verpflichtend beigemischt. Seit 2009 ist die „B7-Kraftstoff-Norm“ (DIN 51628) in Kraft getreten.
Da der Zusatz von 7% Biodiesel gesetzlich gefordert wird, dürfte zumindest in Deutschland kein „biodieselfreier“ Diesel - entgegen verschiedener Gerüchte - mehr zu bekommen sein. Dies wurde mir von etlichen kompetenten Stellen auch bestätigt.

Die durch Mikroben (Pilze, Bakterien, Hefen) verursachte Verschlammung in den Tanks ist ein altbekanntes Problem, das auch schon früher bei reinem fossilem Diesel aufgetreten ist. Der Hauptgrund für diese ärgerliche Schlammbildung ist Wasser im Tank, denn nur im Wasser können die Mikroben existieren, die sich dann von Kohlenwasserstoffen ernähren und vermehren.
Ebenso ist es nicht klar und wissenschaftlich erwiesen, ob im Blend Biodiesel der Effekt einer „Verschlammung“ im Tank verstärkt wird. Auf jeden Fall ist er nicht der Auslöser des Problems.

Dem Tankinhalt zugegebene Biozide, die im Handel unter verschiedenen Namen angeboten werden, töten die Mikroben zwar ab, aber die Biomasse - also der Schlamm - bleibt im Tank und verstopft weiterhin die Filter. Außerdem kann auch hier eine gewisse Resistenz auftreten, ähnlich wie bei Antibiotika. Aus diesem Grund verwenden die Mineralölunternehmen nach Möglichkeit keine Biozide. Um eine Tankreinigung alle drei bis fünf Jahre kommt man ohnehin nicht herum. Die beste Möglichkeit, Mikrobenbefall zu verhindern, ist eine regelmäßige Entwässerung des Tanks, oder den Tank gegen einen kleineren auszutauschen. Ohne freies Wasser können die Mikroben nicht leben. Übrigens: Da Biodiesel wesentlich mehr Wasser hygroskopisch binden kann als fossiler Diesel kommt es hier nur selten zu Mikroben-wachstum, weil man dabei fast nie freies Wasser findet.

Biodiesel-Polymere haben mit Mikroben nichts zu tun. Sie sind ein Alterungsprodukt, das z.B. durch Oxidation und hohe Temperaturen (im Sommer im Tank) hervorgerufen werden kann. Dagegen helfen keine Additive, nur eine Tankreinigung. Es ist nicht bekannt, dass es vermehrt zur Bildung von polymeren Ablagerungen in Tanks kommt, seit Biodiesel zugemischt wird…

Zudem war bereits ab 2004 dem fossilen Diesel 5% Biodiesel beigemischt, was nicht deklariert werden musste. Es ist nicht nachvollziehbar, dass durch die Erhöhung des Biodieselanteils um 2% plötzlich die monierte Verschlammung stattfindet.

Zwischenzeitlich ist der „Bio“-Diesel der 2. Generation so genannter CARE-Diesel auf dem Markt: Es handelt sich dabei im Gegensatz zum Rapsöl-Methyl-Ester um reine Kohlenwasserstoffe. Die Ausgangsmaterialien sind Fette und Öle auf pflanzlicher oder tierischen Basis, frisch oder gebraucht.

Beim CARE-Diesel handelt es sich vermutlich um hydrierte Triglyceride, also Fette und Öle auf pflanzlicher und tierischer Basis, frisch oder gebraucht. Durch Hydrierung werden die Fette bei hoher Temperatur und hohem Druck mit Wasserstoff umgesetzt, dabei bilden sich gesättigte Kohlenwasserstoffe. Das freigesetzte Propan dient als Heizgas zur Energiegewinnung. Bei der Raffinerie „Neste Oyj“ aus Finnland werden diese entstandenen langkettigen Kohlenwasserstoffe noch isomerisiert, da verzweigte Kohlenwasserstoffe bessere Kälteeigenschaften haben.

ARAL ist meines Wissens bisher die einzige Mineralölgesellschaft, die mit ihrem ARAL Diesel ultimate eine Beimischung von 7% CARE „Bio“-Diesel an die Tankstellen bringt.

Reiner CARE-“Bio“-Diesel, der ebenso umweltfreundlich und nachhaltig wie der RME ist (Wassergefährdungsklasse I), wird nur vereinzelt an Tankstellen angeboten und der Preis dürfte um Einiges über dem momentan Preis für fossilen Diesel liegen. Einer der wenigen Vorteile des CARE-„Bio“-Diesels gegenüber RME ist eine wesent-lich höhere Lagerstabilität, da er ausschließlich aus gesättigten Kohlenwasser-stoffmolekülen besteht und somit keine Polymerisation stattfinden kann.

Eine Alternative bezüglich der Verschlammung ist dieser „Bio“-Diesel jedoch aus den oben angeführten Gründen auch nicht.

 

Bericht: Hans Plättner-Hochwarth

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