Alte Hasen, junge Wilde: Silber für Diesch / Markfort, bestes U21-Team bei der JWM und Platz vier für Ruegge / Meichle

FRIEDRICHSHAFEN (27. Juli 2026). Zwei Erfolge an einem Wochenende, zwei Generationen des olympischen Segelsports und zwei Nationen: Simon Diesch (WYC) und Anna Markfort (VSaW/JSC) setzen ihren Erfolgsweg nach dem Sieg bei der Kieler Woche, mit der Silbermedaille bei der fünften Station der „Grand Slam Tour“ im kommenden Olympiarevier von Los Angeles fort. Fast zeitgleich beendeten Pablo Ruegge (Segelervereinigung Kreuzlingen) und Finn Meichle (WYC) die 49er Junioren-Weltmeisterschaft im niederländischen Medemblik als Vierter und dabei als bestes Boot der U21-Wertung.

San Pedro: Silber im Olympiarevier von LA 2028
Bei der San Pedro Olympic Classes Regatta sicherten sich die Vizeweltmeister Diesch und Markfort in der 470er Mixed Klasse Platz zwei. Gold ging an die Briten Martin Wrigley und Bettine Harris, Bronze an die Schweden Anton Dahlberg und Lovisa Lindner. Rund 200 Aktive aus 34 Nationen gingen im sechstägigen Wettkampf in den Klassen ILCA 6, ILCA 7 und 470er Mixed an den Start, darunter 35 Olympionikinnen und Olympioniken. Mit 19 gemeldeten Booten hatte das 470er Mixed Feld die Größenordnung, die auch bei den Olympischen Spielen 2028 im selben Revier zu erwarten ist.

„Unser erster Eindruck vom Olympiarevier ist echt positiv“, sagte Anna Markfort nach Abschluss des Wettkampfs. Ausgetragen wurde die Regatta auf drei unterschiedlichen Rennkursen innerhalb und außerhalb der Hafenmauer, mit einem neuen Finalformat aus kurzen, hochintensiven Wettfahrten. Sportlich lieferten Diesch und Markfort eine geschlossene Serie ab: Aus zwölf Wettfahrten holten sie drei Tagessiege, davon zwei am Vorschlusstag, und arbeiteten sich in eine ausgezeichnete Ausgangsposition für das Finale. In den beiden Medal Races konnten sie mit den Rängen acht und sieben zwar nicht mehr an die Spitze angreifen und den Briten gefährlich werden, sicherten sich aber den zweiten Platz im Gesamtergebnis und damit Silber.

Medemblik: Bestes U21-Team und Platz vier für Pablo Ruegge und Finn Meichle
Am gleichen Wochenende beendeten Pablo Ruegge und Finn Meichle die 49er Junioren-Weltmeisterschaft in Medemblik als Vierter. Im Team von Swiss Sailing und als Vorschoter von Pablo Ruegge blieben die beiden alle Tage im Kampf um die Medaillen vorne mit dabei. Da alle drei Podestplätze an ältere Crews aus dem U23-Bereich gingen, sind die beiden damit bestes Boot der U21 Wertung im gesamten Feld.

In der 49er Klasse gingen 56 Crews aus 23 Nationen an den Start. Sportlich prägten drei Starkwind-Tage die Woche, an denen Ruegge und Meichle an einem Tag mit zwei ersten Plätzen und einem sechsten Rang dominierten. In der Goldflotte gelang dem Duo zwischenzeitlich der Sprung auf Platz drei. Am Finaltag reichte es in einem sehr eng zusammenliegenden Podestkampf am Ende nicht mehr für Bronze, mit einem Punkt Rückstand auf Rang drei war Bronze zum Greifen nah.

Finn Meichle blickt entsprechend mit gemischten Gefühlen zurück: „Hätte vor drei, vier Monaten jemand zu uns gesagt, wir wären mit dem vierten Platz zufrieden, hätte ich auf jeden Fall „Ja“ gesagt. Klar ist es frustrierend, wenn ein Punkt zum Podest fehlt. Aber die Crews vor uns waren fast alle aus dem U23-Bereich mit deutlich mehr Erfahrung im 49er. Als bestes U21 Boot können wir sehr zufrieden sein.“

WYC-Präsident Oswald Freivogel zeigt sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden: „Alte Hasen und junge Wilde; beide haben an diesem Wochenende gezeigt, wofür der WYC steht. Simon und Anna setzen ihren Weg konsequent in Richtung Los Angeles fort, und Pablo und Finn zeigen in der Junioren-Weltspitze, dass unser Nachwuchs schon jetzt international angekommen ist. Für uns als Verein gibt es dabei keine Ländergrenzen – der Bodensee verbindet.“

Ausblick
Für beide WYC-Segler geht der internationale Kalender weiter. Diesch und Markfort sind bereits auf dem Weg zur 470er Weltmeisterschaft nach Enoshima (10. bis 17. August), die im ehemaligen Olympiarevier von Tokio 2021 ausgetragen wird. Für Ruegge und Meichle steht als nächstes internationales Großereignis die 49er Junioren-Europameisterschaft an.

Fotos:
San Pedro OCR / Kyla McLay
San Pedro OCR / Colin Grey
Klaas Wiersma/49er Sailing

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